Roadtrip Kroatien

Kroatien - ein fantastisches Land an der Adria - mit einer unglaublich schönen Landschaft, traumhaften Stränden, faszinierenden Städte, die u. a. zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, köstlichem Wein und unvergesslicher Kultur



Fortsetzung von: Roadtrip Slowenien


Weiter geht es auf der Jadranska Magistrale bis zu unserem Ziel nach Starigrad. Die Adria Magistrale zählt zu den schönsten Küstenstraßen Europas und auch wir sind fasziniert von der Landschaft.


Zwei Strecken-Highlights gibt es auf der Adria-Magistrale: Im Norden geht es ca. 150 Kilometer von Novi Vinodolski bis Rovanjska vor Zadar durch das „Winnetouland“, entlang der beeindruckenden Gipfel des Velebit-Gebirges.

Im Süden geht es entlang der Makarska Riviera von Brela bis Gradac (50 Kilometer) vor dem Biokovo Gebirge.




7. und 8. Tag

Wir verbringen 2 Nächte auf dem Campingplatz Camping Paklenica. Er liegt direkt am Strand, wir haben allerdings nicht das Glück, direkt einen Stellplatz am Strand zu bekommen, aber 2. Reihe ist auch schön. Von hier aus sind es auch nur ca. 3 Kilometer zum Parkplatz vom Nationalpark Paklenica. Der Preis pro Nacht liegt bei 26 Euro inkl. Strom. Abends am Strand hat man einen wunderbaren Blick auf die Insel Pag.




Vom Ort Starigrad Paklenica öffnen sich zwei Canyons zur riesigen Paklenica-Schlucht.


Die Paklenica Schlucht - oder auf den Spuren von Winnetou


Viele Schilder markieren Winnetou-Filmspots bis tief in das Tal der Toten, durch das die Banditen und wilde Indianer kämpften. Heute ist dies ein Paradies für Kletterer und Wanderer.


Gleich schon am Parkplatz der Großen Paklenica-Schlucht sieht die Landschaft spektakulär aus. Ein Bachlauf schlängelt sich durch den Canyon, allerdings führt dieser in dieser Jahreszeit kein Wasser, die Felswände sind sehr steil. Wir unternehmen eine Wanderung über 2 Stunden bis zum bewirtschafteten Natursteinhaus Ramica Dvori. Im weiter unten liegenden Wirtshaus machen wir auf dem Rückweg Pause, es gibt entweder Bohnensuppe oder Gulasch oder Würstchen. Die würzige Suppe und das Gulasch lassen wir uns schmecken.

Am beeindruckendsten fand ich die Schlucht zu Beginn. Ich hätte mir auf der Wanderung insgesamt mehr imposante Ausblicke gewünscht, kann aber nicht sagen, ob man diese auf anderen Wanderwegen erhält.






9. und 10. Tag

Auf dem Weg nach Trogir nehmen wir den Umweg über den Zrmanja Canyon.

Die Schlucht liegt südlich von Starigrad Paklenica. Nach dem kleinen Ort Jasenice kommt rechts ein Schotterweg mit einem kleinen braunen Schild 'Parizevacka Glavica'. Von dort (das Auto kann hier geparkt werden) sind es noch ca. 15 Minuten bis zum Pueblo-Plateau.

Vom „Winnetou“-Plateau hat man eine fantastische Aussicht über den Canyon. Hier oben mit Blick auf den Rio Peco, wurde ein Teil von Winnetou gedreht.












Trogir


Wir finden einen Stellplatz auf dem Campingplatz Labadusa, ca. 7 Kilometer von Trogir entfernt. Der Platz hat einen sehr schönen Strandabschnitt, die Bucht ist wunderschön, das Wasser ganz klar. Allerdings erinnern mich die Menschenansammlungen doch eher an eine Badeanstalt. Von hier aus geht man ca. 2 Kilometer zum Ort Okrug, von dort kann man mit dem Boot bis nach Trogir übersetzen. Die Boote verkehren bis ca. 23 Uhr (genau erkundigen).


Die Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Auf Schritt und Tritt wandelt man durch ein riesiges Museum von ausgesprochener Lebendigkeit. Von der Stadtmauer bietet sich ein herrlicher Blick, auf engstem Raum reihen sich Kirchen an Paläste und Bürgerhäuser. Im Zentrum der Altstadtinsel befindet sich der wunderschöne Hauptplatz Trg Ivana Pavla II.


Jede Gasse fasziniert, man hat das Gefühl, hier ist die Zeit wirklich stehen geblieben.









Nachteil: Die Stadt ist sehr voll - trotz Mitte September - durch Corona sind wir einfach so viele Menschen nicht mehr gewohnt. Wir finden ein nettes Restaurant, anschließend bummeln wir noch ein wenig durch die Gassen, um schließlich wieder mit dem Boottaxi nach Okrug zu kommen, von dort gibt es noch einen Fußmarsch über ca. 2 Kilometer durch die Dunkelheit zurück (wir hatten zum Glück Taschenlampen dabei).


11., 12. und 13. Tag

Ziel: Die Halbinsel Pelješac


Wir setzen mit der Fähre in Ploce über, Dauer ca. 1 Stunde, Kosten für uns ca. 40,00 Euro. Es gestaltet sich leider nicht so einfach, einen schönen Stellplatz auf der Halbinsel zu finden, es sind einfach noch sehr viele Camper unterwegs. Schließlich werden wir fündig: Auf dem Kamp Vala finden wir eine sehr schöne schattige Parzelle. Es gibt hier einen Hausstrand mit einer idyllischen Strandbar (einfache Gerichte Pizza und Pasta und Hauswein).






Einen Abstecher unternehmen wir über die Passstraße nach Loviste, die Aussicht in die Bucht und zur Insel Korcula ist grandios.


Hier machen wir wirklich einmal richtig Pause, es stellt sich auch als ziemlich schwierig heraus, den Camper wieder vom Platz heraus zu manövrieren. Es ist herrlich, gleich morgens bei Sonnenaufgang ins Wasser zu springen, die Luft und Stille tut richtig gut.


Wir genießen die Tage auf unserem Platz, chillen in der Hängematte, liegen am Strand und sind immer wieder fasziniert von dem klaren Wasser. Leider ist meine Schnorchelbrille kaputt gegangen - es muss dringend eine neue her…Wir nutzen auch die Zeit, die Weiterfahrt zu planen und schon einmal unseren Stellplatz in Dubrovnik zu reservieren.


Schon früh starten wir mit unseren Fahrrädern zum Hauptort der Insel: Orebic. Dieser überrascht uns mit der schönen Strandpromenade und den netten Lokalitäten. Es ist noch herrlich ruhig, somit können wir ganz in Ruhe die Promenade langlaufen. Der alte Ortsteil zieht sich an dieser Küste lang, fasziniert sind wir auch von den alten Villen, die immer einmal wieder auftauchen. Der Ort ist nicht so überlaufen, er gefällt uns richtig gut.






Von hier aus nehmen wir die Fähre, die uns in ca. 30 Minuten nach Korčula bringt. Sie verkehrt etwa stündlich. Wir zahlen für 2 Personen mit den Bikes 128 kn hin- und zurück. Angekommen auf der Insel Korčula fahren wir vom Fährhafen 5 Kilometer in die alte toskanisch angehauchte Stadt Korčula. Es ist ziemlich bergig und bei der Hitze kein so leichtes Unterfangen. Ich ertappe mich, wie ich doch recht neidisch auf die Ebikes schaue.



Aber der Ausflug lohnt sich, die malerische Stadt liegt auf einer Landzunge, umgeben von den unglaublichen Farben des Meeres. Es wird behauptet, dass hier auch das Geburtshaus von Marco Polo liegt. Die Stadt war lange Venezianisches Territorium und der toskanische Einfluss bleibt nicht verborgen.



Wir schlendern durch die Gassen, es ist zum Glück nicht voll, es liegt auch kein Kreuzfahrtschiff vor Anker.






Empfehlen kann ich den Aufstieg auf den Glockenturm (Eintritt 3,50 Euro). Der Rundumblick von oben über die Dächer und den umliegenden Inseln lohnt sich.






14. und 15. Tag

Wir starten Richtung Dubrovnik (unser Etappenziel) und genießen die Fahrt über die Insel Peljesac.



Die Halbinsel ist ein beliebtes Weinanbaugebiet. Am Straßenrand geht der Blick über die Weinberge, alle paar Kilometer locken auch immer wieder idyllische Weingüter mit dem direkten Kauf ihrer Produkte inklusive eines kleinen Tastings. Der hier angebaute Wein nennt sich Dingac-Wein, auch Schwarzwein genannt. Der Weinanbau in oft mühsamen Steilhängen hat hier eine lange Tradition.






Interessant ist auch eine Fahrt durch den Dingac-Tunnel. Diesen bauten die Weinbauer mit dem eigenen Geld, um nicht mehr den erschwerlichen Weg gehen zu müssen: Esel haben die Traubenkörbe über den Bergkamm bis nach Potomje in die Keller transportiert.



Am Ende der Insel erreichen wir Ston, hier kann man die zweitlängste historische Festungsmauer (natürlich nach der Chinesischen Mauer) besichtigen. Für einen Eintritt von ca. 10 Euro läuft man auf der Mauer den Berg hoch, sehr imposant. Die Mauer verbindet beide Seiten der Halbinsel - von Ston bis Mali Ston - erbaut im 14. Jahrhundert. Die Mauer hat eine Länge von 5,5 Kilometer, 40 Türme und 5 Bastionen. Ston wurde vom mächtigen Ragusa (heutige Dubrovnik) durch die gewaltige Wehrmauer kontrolliert.





Diese Gegend hier ist auch bekannt für ihre frischen Austern und Muscheln. Diese werden direkt in der Bucht von Mali Ston gezüchtet.


Dubrovnik


Um es vorweg zu nehmen: Die Altstadt von Dubrovnik ist wunderschön, absolut eine Reise wert. Aber: Heutzutage ist eine sehenswerte Stadt Fluch und Segen zugleich. Die Stadt wird von Touristen überlaufen. Selbst jetzt noch im September, und es lag „nur“ ein Kreuzfahrtschiff vor der Stadt, kommen die Touristen in Strömen, aber so ist es halt, wir sind ja auch Touristen.

Unser Vorteil definitiv war, dass wir bereits um 8 Uhr morgens auf der Stadtmauer standen - und zwar fast alleine. Die Touristenmassen kamen erst so gegen 10 Uhr, da haben wir bereits schon einen sehr großen Teil der Stadt erkundet. Vom Campingplatz “Solitudo Sunny Camping by Valamar“ sind es mit der Busverbindung Nr. 6 nur ca. 15 Minuten bis in die Altstadt. Der Campingplatz ist mit 42 Euro recht teuer für eine Nacht, aber für eine Stadtbesichtigung sehr zu empfehlen.


Die Altstadt liegt malerisch an der Adria und ich glaube, ich muss nicht erwähnen, sie ist UNESCO-Weltkulturerbe. Auch als „Perle der Adria“ bekannt ist sie spätestens seit der Serie Game of Thrones vielen Besuchern bekannt.

Es macht einfach Spaß, durch die Altstadt zu schlendern und eine Sehenswürdigkeit nach der anderen auf sich wirken zu lassen.







Auf der Stadtmauer (Eintritt) kann man komplett einmal die Altstadt in 2 Kilometer Länge umwandern und hat immer wieder grandiose Aussichten über die roten Dächer und auf das Meer. Sie gilt als am Besten erhaltenes Befestigungssystem aus dem Mittelalter in ganz Europa.






An der Stadtmauer liegen einige schöne Bars und Cafés direkt an den Klippen und laden zu einer Verschnaufpause ein, es kann auch von hier geschwommen werden.



1991 wird die kroatische Hafenstadt zum Kriegsschauplatz: Die Jugoslawische Volksarmee beschoss die historische Altstadt mit Raketen und Granaten über eine Belagerungszeit von 9 Monaten. Zweidrittel der Stadt wurde zerstört. Der Angriff offenbarte den Europäern den Charakter des Krieges im zerfallenen Jugoslawien. Von dieser Zerstörung ist heute zum Glück für das Auge des Touristen nichts mehr zu sehen, viele Narben gibt es mit Sicherheit noch.

Wir haben das “War Photo Limited“ besichtigt, eine Fotoausstellung über Kriegsschauplätze der Welt, u. a. über den Jugoslawienkrieg. Die Bilder sind bedrückend und beeindruckend und lassen das Leid nur ansatzweise erahnen.


Foto: Ein weinender zerstörter bosnischer Soldat musste sich für 3 Jahre in den Bergen verstecken, nach seiner Rückkehr musste er mit ansehen, wie seine Familie und sein Dorf von Bosnischen Serben umgebracht und zerstört wurde.



16. und 17. Tag

Ziel: Nationalpark Plitvicer Seen


Heute haben wir erst einmal eine Fahrtzeit von 5 Stunden vor uns. Es geht entlang der Adria-Magistrale Richtung Split, durch Bosnien-Herzegowina (der Grenzübergang geht sehr schnell) bis zu den Plitvicer Seen, auf diese freue ich mich besonders, ich war als Kind schon einmal dort und habe sehr schöne, aber schwache Erinnerungen.





Wir landen auf dem Camp Korana (so heißt auch der Fluss hier) und sind positiv überrascht für einen Campingplatz, der zum Nationalpark gehört. Er liegt ca. 7 Kilometer vom Eingang 1 entfernt und ist sehr weitläufig über grüne Wiesen und Bäumen angelegt. Einen Stellplatz kann sich jeder selber suchen, ich kann mir aufgrund der Größe gar nicht vorstellen, dass es hier einmal keinen Stellplatz mehr gibt, aber man hört und liest ja ganz schöne Greuelgeschichten über die Hauptsaison, wie voll es dann hier wird.

Auf dem Platz machen wir es uns für den Nachmittag gemütlich, wir unternehmen nichts mehr, gehen abends im Restaurant etwas essen, was ganz ok ist.




Programm Plitvicer Seen


Zugute kommt uns mit Sicherheit, dass schlechtes Wetter angesagt ist (Regen und Gewitter), es bereits Mitte September ist und wir bereits um 8 Uhr im Park sind (die Tickets habe ich vorher online gekauft, wir haben für 2 Personen 500 Kuna gezahlt). Bei uns bleiben die Touristenmassen aus, da haben wir schon ganz andere Berichte gehört, von Schlangestehen an den Hauptattraktionen. Inzwischen sind die Tickets wohl reglementiert. Vom Campingplatz wird auch ein Shuttle von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr angeboten, aber wir möchten lieber unabhängig bleiben und fahren selber in den Park (Partgebühren 70 Kuna). An der Kasse ist es morgens noch so leer, da hätten wir auch ohne Probleme die Tickets vor Ort kaufen können. Tickets gescannt und los geht es.


Wir entscheiden uns für den Eingang 1 und die Tour K. Auf dieser Tour wandert man ca. 19 Kilometer einmal um die Seen herum, wir sind nicht sonderlich scharf auf eine Boots- oder Bahntour, die hier auch gemacht werden können.


Im Internet kann man sich vorher die verschiedenen Touren schon einmal anschauen, es ist für jede Fitness etwas dabei, Wanderschuhe anziehen, Sonnenschutz und Wasser nicht vergessen. Die Wege sind alle sehr gut ausgebaut, die vielen Holzstege fügen sich wunderbar der Landschaft an.


Der Nationalpark Plitvicka Jezera ist der größte und älteste Kroatiens und zu Recht zählt er zum UNESCO-Welterbe. Er liegt inmitten einer atemberaubenden Karstlandschaft, wird durch unterirdische Flüsse gespeist, 16 Seen liegen kaskadenartig untereinander. Der Park ist inzwischen weltbekannt, alleine dadurch, da hier auch viele Karl May Filmszenen gedreht wurden (u. A. sprang Winnetou hier in einer Filmszene in die rauschenden Fluten). Er hat eine Fläche über 295 km2 und erstreckt sich um den Gebirgszug Mala Kapela, ein Ausläufer der eindrischt Alpen.


Wir sind regelrecht verzaubert von den Seen, die Wanderung vergeht wie im Flug, es gibt immer etwas zu sehen. Es ist eine traumhaft schöne Landschaft mit smaragdgrünem Wasser und einer faszinierenden Natur. Dieser Park sollte auf jeder Kroatienreise auf dem Programm stehen, man wird dies nie bereuen. Für mich ist der Besuch definitiv ein Highlight der Reise, wenn nicht sogar das Highlight.


















17. Tag


Wir verlassen Kroatien und reisen wieder in Slowenien ein.


Reiseblog: Roadtrip Slowenien